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Trappings of Dignity
Günter Pfannmüller: Bahar 24, Mursi, Äthiopien, 1996

Felix und Günter Pfannmüller »

Trappings of Dignity

Exhibition: 26 Apr – 24 May 2014

Fri 25 Apr 19:00

Galerie Braubachfive

Braubachstr. 5
60311 Frankfurt (Main)

069-13379051


www.braubachfive.eu

Tue-Sat 11-13 + 14-18

Trappings of Dignity
Günter Pfannmüller: Ma Yin Nwe 16, Ma Nway 14, Ni Karay 16, Ma Nu Hlaing, 17, Bamar, Myanmar, 1995

Günter Pfannmüller
"Trappings of Dignity"

Ausstellung: 25.April 2014 bis 24. Mai 2014
Vernissage: Freitag, 25.April 2014 um 19 Uhr

Seit über 20 Jahren ist der Frankfurter Fotograf Günter Pfannmüller mit einem transportablen Fotostudio unterwegs zu einigen der abgelegensten Stämme auf unserer so schnelllebigen und schnell vergessenden Welt. Was er in diesen Jahren zurückgebracht hat ist eine schon nicht mehr nachzuholende Galerie von Fotos die Mitmenschen zeigt, die auch noch im 21. Jahrhundert in der vorindustriellen Zeit, ja zum Teil sogar noch als Jäger und Sammler leben.

Er hat bewußt keine sozialkritischen oder exotische Fotos gemacht, sondern sich auf das konzentriert was uns alle zutiefst verbindet, egal in welcher Zeit und in welcher Weltgegend: auf die Würde von Menschen, die nur zu oft in den Jahrhunderten des Kolonialismus und der Verbreitung westlicher Werte übersehen oder auch vernichtet wurde. Seine Fotos sind eine subtile, aber ins Herz treffende Dokumentation gegen Rassismus und kulturelle Überheblichkeit.

Zusammen mit dem Autor Wilhelm Klein, dessen Frau Renate, die das Projekt als Übersetzerin begleitete und der Fotografin Sabine Seitz, die die Fotoproduktion organisierte, war er in Äthiopien, in Kenia, in Indien, Bhutan, Birma und im Goldenen Dreieck zu Menschen unterwegs an denen die globale Entwicklung des letzten Jahrhunderts vorbeigegangen ist.

Sein Fokus lag dabei auf Gesichtern, auf Haltung, Ausstrahlung, Bekleidung und Bemalung. Dazu stellte er sein 32 m² grosses Tageslichtstudio in einigen der unzugänglichsten Dörfer dieser Regionen auf und begann erst Tage später zu fotografieren wenn die Menschen sich an das Studio gewöhnt und die vier Fremden akzeptiert und aufgenommen hatten. So fotografierte er nie namenlose Menschen, sondern solche, deren Familie und Geschichte er kannte und die zuhause in ihrem Dorf oder oft auch mit ihren Tieren auf der Weide waren. Ohne auf ihre Selbstdarstellung Einfluß zu nehmen konnten sie sich so zeigen wie sie sich selbst sahen. Auf den ersten Blick erschließt sich dabei die Seele eines Volkes, eines Stammes, auch über den Körperschmuck und die Bekleidung, auf Englisch trappings, mit denen Menschen kunstvoll und spielerisch auf ihre nicht sichtbare Natur und ihr Selbstverständnis hinweisen.

Trappings of Dignity
Günter Pfannmüller: Munte 11, Gao 17,Karo, Äthiopien, 1996

Hier wurde kein Foto mit Teleobjektiv gestohlen oder mit Blitz aufgebessert. Es bedurfte eines angeborenen, humanistisch geprägten Einfühlungsvermögens, professioneller Studiofotografie und der Fähigkeit unbeschwert mit Menschen umgehen zu können, um Fotos zu machen wie sie hier zu sehen sind. Sie entstanden in einem Umfeld in dem selbst einfaches reisen bereits Expeditionscharakter hat.

Jedes einzelne dieser Fotos hat eine Geschichte. Wenn man, wie Pfannmüller, die Menschen zwanglos aus der Anonymität ihrer scheinbar zeitlosen Existenz herausholen kann, bekommen die Abbildungen auch Leben und sind nicht nachgestellte Ideen wie sie oft in fremden Köpfen vorhanden sind. Würde, aber auch Demut, Lebensfreude und Trauer können nur auf diese Art festgehalten werden. Würde muss aus den Menschen strahlen, eine Kraft, die nicht im Materiellen, sondern im Quantenfeld das sie umgibt angesiedelt ist. Diese Ausstrahlung, die auch zwischen den Zeilen guter Literatur zu spüren ist, festzuhalten ohne dabei aufdringlich oder dominierend zu sein ist eine seltene Kunst.

Die mehrsprachigen Publikationen von Büchern zu diesem Thema haben Günter Pfannmüllers Fotografie inzwischen international bekannt gemacht. Sie ist auf dem schmalen Pfad zwischen Kunst und Philosophie angesiedelt auf den sich nur Meister ihres Metiers trauen.

Trappings of Dignity
Günter Pfannmüller: Sahe 19, Bamu 4, Habe 19, Rabari, Indien, 1998